Interdisziplinäres Brustzentrum Gütersloh

Das IBZ

Gemeinsam die beste Behandlung für jede Patientin finden

Patientinnen mit der Diagnose Brustkrebs die bestmögliche Behandlung zu gewährleisten: Das ist nur möglich, wenn alle involvierten Fachärzte intensiv kommunizieren. Deshalb gründeten Gütersloher Ärzte im Jahr 2004 das Interdisziplinäre Brustzentrum Gütersloh (IBZ).

Mai 2012

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Diagnose

Medizinische Grundlagen

Krebszellen sind nicht gleich Krebszellen, sie haben je nach Art verschiedene Eigenschaften. Es ist wichtig, diese Eigenschaften möglichst genau zu kennen und damit viel über die Art des Tumors und der Erkrankung zu wissen, denn daraus leitet sich die am besten geeignete Therapie ab.

Tumoren, die lediglich auf die Oberfläche (Epithelschicht) der Milchgänge oder der Drüsenläppchen begrenzt sind und deren Basalmembran noch nicht durchbrochen haben, werden als Carcinoma in situ bezeichnet und sind als Anfangsstadium eines infiltrierenden Karzinoms anzusehen (präinvasives Karzinom). Tumoren, welche die Basalmembran durchbrochen haben, breiten sich in tiefere Schichten, wie das Fettgewebe, aus und werden als invasives Karzinom bezeichnet.

Mit Hilfe verschiedener Klassifizierungssysteme können wichtige Daten zu einer Tumorerkrankung kurz zusammengefasst werden, so dass sich jeder an der Behandlung beteiligte Arzt schnell ein klares Bild von den Befunden machen kann.

Zu diesen Systemen gehört das weit verbreitete TNM-System:

  1. T (Tumor) gibt dabei die vermutete Tumorgröße an.
  2. N (Nodus = Lymphknoten) steht für die Anzahl befallener Lymphknoten in der entsprechenden Region.
  3. M (Metastasen) bezeichnet das Vorhandensein von Tochtergeschwülsten.

So bedeutet die Diagnose T1N0M0: Tumorgröße unter zwei Zentimeter, kein Lymphknotenbefall, keine Metastasen.

Mit einer Gradeinteilung, dem Grading, wird definiert, wie sehr diese Zellen entartet und damit bösartig sind. Ein Gewebe mit dem Grad I ist dem gesunden Gewebe noch sehr ähnlich, bei Grad III trifft das nicht mehr zu. Das Staging bezeichnet den Grad der Ausbreitung eines Tumors und wird mit P1 bis P4 angegeben - P1 ist die am geringsten ausgeprägte Ausbreitung.

Zwei verschiedene Arten von Rezeptoren sind ebenfalls wichtig bei der Klassifikation eines Mammakarzinoms. So wird untersucht, ob die Krebszellen Hormonrezeptoren für Östrogen, Gestagen oder beide haben. Außerdem wird der Tumor auf HER2-Rezeptoren untersucht (Humaner Epidermaler Wachstums-Rezeptor-Faktor Nr.2). Wachstumsfaktoren können diesen Rezeptoren das Signal zum Wachstum geben. Sind viele dieser Rezeptoren im Tumor vorhanden, wächst der Tumor oft schnell.

Wichtig ist auch ein funktionierendes Abwehrsystem:
Die Zellen des Immunsystems haben die Fähigkeit, Zellen, die zu Krebszellen entartet sind, zu erkennen und sofort auszusortieren, bevor sie gefährlich werden können. Mit Hilfe eines komplexen Systems werden diese Zellen von einer bestimmten Sorte weißer Blutkörperchen (Leukozyten) erkannt und beseitigt.

Bei einer starken Beeinträchtigung des Immunsystems kann diese lebenswichtige Auslese ausfallen. Tumorzellen bekommen dann die Chance, sich zu vermehren und sich nicht nur in einem Organ, sondern als Tochtergeschwülste (Metastasen) im ganzen Körper auszubreiten.